Ein weiterer Schritt zu mehr Datenschutz

  • Inwiefern muss man denn da überhaupt was nachweisen, wenn doch im Nutzungsvertrag steht, dass dieser zu jeder Zeit von beiden Seiten beendet werden kann? Hausrecht usw.?


    "Datenübertragbarkeit" finde ich auch schwer verständlich. Die meisten Nutzungsverträge besagen "ein Anrecht auf Überlassung der eingegebenen Beiträge besteht nicht". Wenn Beiträge nicht als "personenbezogene Daten" gelten, würden sie ja auch nicht unter die Datenübertragbarkeit fallen. Die anderen Daten wiederum, also Profilangaben, das wäre ja albern, das in irgend einem Format ausgeben zu müssen, das anderswo wieder einlesbar ist. Ich denke das richtet sich wie so vieles eigentlich an die Grossen wie Facebook oder Google, aber löst eine grosse Unsicherheit bei allen anderen aus...

  • Nein, das richtet sich durchaus an jeden, dessen Projekt unter die DSGVO fällt. In unserer Datenschutzerklärung sind alle Rechte mitsamt Erklärung aufgeführt.

  • Inwiefern muss man denn da überhaupt was nachweisen, wenn doch im Nutzungsvertrag steht, dass dieser zu jeder Zeit von beiden Seiten beendet werden kann?

    Kann er das denn? Hier geht es ja prinzipiell um einen Vertrag und Urteile in der Vergangenheit haben ja die Rechtsauffassung dargelegt. Sperren, Löschen und Dergleichen ist nicht so einfach als man das denkt. Denn die Frage ist ob so ein Passus überhaupt Bestandteil ist oder einfach nichtig.

  • Nein, das richtet sich durchaus an jeden, dessen Projekt unter die DSGVO fällt. In unserer Datenschutzerklärung sind alle Rechte mitsamt Erklärung aufgeführt.

    Zitat
    • Recht auf Datenübertragbarkeit gemäß Art. 20 DSGVO: Sie haben das Recht, Ihre personenbezogenen Daten, die Sie uns bereitgestellt haben, in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesebaren Format zu erhalten oder die Übermittlung an einen anderen Verantwortlichen zu verlangen, soweit dies technisch machbar ist;

    Was ich meine ist, was hat der User denn in einem Forum schon an personenbezogenen Daten bereitgestellt? Seine Profildaten, IP wurde nicht geloggt, soll ich dem jetzt eine Exceltabelle erstellen, wo seine eigenen ihm bekannten Profildaten drinstehen? Deswegen meine ich, unabhängig von einer tatsächlichen Rechtslage, dass das in so einem Fall eigentlich albern ist.


    Kann er das denn? Hier geht es ja prinzipiell um einen Vertrag und Urteile in der Vergangenheit haben ja die Rechtsauffassung dargelegt. Sperren, Löschen und Dergleichen ist nicht so einfach als man das denkt. Denn die Frage ist ob so ein Passus überhaupt Bestandteil ist oder einfach nichtig.

    Was ist denn mit den Hausrecht in einem Forum, das privat betrieben wird und keinerlei kommerziellen Interessen hat? Man kann doch nicht erwarten, dass man zu jedem dahergelaufenen Troll erstmal dokumentieren, muss, warum und gegen welche Regeln er verstossen hat, dass eine Sperrung gerechtfertigt ist. Oft sind die Regeln aus guten Gründen sehr weitreichend, um die Kommunikation im Forum auf einem gewissen Niveau zu halten. Und es gibt dann auch die Kategorie von Trollen, die es schaffen, dem Wortlaut nach irgendwie nie gegen ausdrückliche Regeln zu verstossen, aber den Forenbetrieb massiv stören.


    Ich kann doch auch andere Verträge jederzeit kündigen, wenn das so festgelegt ist. Ich habe nur mitbekommen, das ein Gericht Facebook verdonnert hat, einen Beitrag den es gelöscht hatte, wieder herstellen zu müssen. Aber gibt es tatsächlich Urteile, die private Forenbetreiber dazu zwingen, Nutzer zu ertragen, die sie warum auch immer nicht in ihrem Forum haben wollen? Wenn es darauf hinauslaufen würde, würden glaube ich noch mehr Foren zu machen.


    Wie ist das denn z.B. bei Facebook-Gruppen: als Admin kann ich da jeden Nutzer rausschmeissen, seine Posts löschen und dann verschwinden auch gleich die Kommentare unbescholtener Nutzer usw. Wo ist der Unterschied, ausser dass der Account an sich mit Facebook geschlossen wurde? Aber aus Teilbereichen kann ja sogar der Gruppenadmin Leute ausschliessen.


    Im Zweifel: könnte ich den betreffenden Useraccount bestehen lassen, ihm aber die Schreibrechte im gesamten Forum entziehen? Wenn ich das nicht könnte, könnte ich ihm ja nichtmal verbieten, in bestimmten eingeschränkten Forenbereichen zu schreiben. Je mehr ich über diese ganzen Sachen nachdenke, umso mehr Fragezeichen entstehen - und umso weniger kann ich mir noch vorstellen, dass das so gemeint sein kann.

  • Was ist denn mit den Hausrecht in einem Forum, das privat betrieben wird und keinerlei kommerziellen Interessen hat? Man kann doch nicht erwarten, dass man zu jedem dahergelaufenen Troll erstmal dokumentieren, muss, warum und gegen welche Regeln er verstossen hat, dass eine Sperrung gerechtfertigt ist.

    Doch genau darum geht es. Du kannst nicht einfach Sperren, ohne Abmahnung etc. Ob man das gut findet oder nicht, ist dabei leider unerheblich. Erst dann könnte man aus wichtigem Grund den Vertrag kündigen. Einfach sperren, löschen ist also nicht drin. Für den Nachweis einer Verwarnung braucht es aber auch eine Dokumentation. Wir sind dazu übergangen, Emails bei Verstößen zu versenden, was aber auch wieder andere Lösungen erfordert - Datenspeicherung...

  • Eine Verwarnung ist doch im Backend eingetragen. Und was ist mit Spammern, die offensichtlich nur zum Spammen da sind? Was soll ich da gross verwarnen? Oder Leute, die aufgrund einer früheren Sperrung nicht mehr ins Forum dürfen, sich aber einen neuen Account anlegen? Und: muss ich nach einer Verwarnung eine bestimmte Zeit auf "Besserung" warten? Sonst kann ich ja nach dem Eintragen der Verwarnung direkt sperren. Ich finde das ist alles alles anderes als klar, nachvollziehbar und v.a. praktisch umsetzbar.


    Und dann wundert man sich, wenn das freie Internet immer mehr zu den grossen Datenkraken abwandern, weil man mit einem privaten Forum gar nicht mehr in der Lage ist, rechtssicher zu arbeiten.


    Ich habe mein eigenes kleines Forum tatsächlich komplett aufgegeben und werde auch keinen neuen Versuch mehr starten unter diesen Bedingungen. Diese Entwicklung macht mir gesellschaftlich gesehen echt Bauchschmerzen. Das Woltlab-Forum, das ich ehrenamtlich betreue hat viele Probleme mit sehr schwierigen Nutzern; wenn wir das alles beachten müssen, ist ein vernünftiger Forenbetrieb nicht möglich. Dann können wir ein Forum mit 4000 Mitgliedern und 300.000 Beiträgen nach 12 Jahren zumachen.

  • Eine Verwarnung ist doch im Backend eingetragen.

    Drucke ich das dem Richter dann aus? Darum ging es doch. Eine brauchbare, lesbare Form. Dass es in der DB steht ist klar, nur empfinde ich das nicht als optimal daraus z. B. eine Excel-Tabelle zu machen, bez per SQL das erst mal aus der DB zu holen.


    Und was ist mit Spammern, die offensichtlich nur zum Spammen da sind?

    Um die geht es doch gar nicht. Werden die mit dir ggf. einen Rechtsstreit führen wollen? Wohl eher nicht.

    Oder Leute, die aufgrund einer früheren Sperrung nicht mehr ins Forum dürfen, sich aber einen neuen Account anlegen?

    Ist rechtlich doch eine ganz andere Sache. Hier täuscht der Nutzer falsche Tatsachen vor, da ist es überhaupt die Frage ob ein Vertrag überhaupt zu Stande gekommen ist.


    Und: muss ich nach einer Verwarnung eine bestimmte Zeit auf "Besserung" warten?

    Stell dir vor, dein AG kündigt dir morgen den Arbeitsvertrag. Letztlich ist das nichts anderes und es ist gut so, das es rechtliche Sicherheitsmechanismen gibt. Das hier diskutierte wirst du in aller Regel nicht brauchen, irgendwann kommt der Tag da ist es gut gewesen sich Gedanken zu machen.

  • Das mit dem Arbeitsvertrag u.ä. ist m.E. eine ganz andere Sache, weil es da um die Existenz gehen kann. Also bei jeglicher Art "höherer Interessen" verstehe ich das. Bei einem privaten Forum geht es dagegen im Prinzip um nichts. Ich kann ja jemand, der in meinem Restaurant oder Club randaliert, auch Hausverbot erteilen und rausschmeissen, ohne vorher eine "Abmahnung" dokumentieren zu müssen. Einem Restaurant würde ich den gleichen Status geben, es ist öffentlich zugänglich, aber der Besitzer hat Hausrecht. Wenn der Gast Essen auf dem Tisch hat, gibt es sowas wie einen impliziten Vertrag. "Randaliert" er danach herum, kann man ihn rausschmeissen. Oder man macht Regeln in einem Club für eine bestimmte Mottoparty und der Gast verhält sich drinnen nicht entsprechend. Da liegt es doch auch im Ermessen den Besitzers - bzw. oft sogar seiner Erfüllungsgehilfen (Security) jemand rauszuschmeissen. Das sind alles Fragen, die ich mir stellen, einfach "unjuristische Gedankenspiele" - ich lasse mich gerne korrigieren.


    Noch was: im Grunde ist ja eine Verwarnung völlig belanglos, wenn ich nicht nachweisen kann, dass das verwarnte Verhalten auch stattgefunden hat. Also muss ich die Beiträge archivieren, da besteht ja dann auch ein berechtigtes Interesse, das zu tun. Es gibt ausserdem Verhaltensweisen, die sich v.a. in PNs gezeigt haben, während im Forum selbst öffentlich bewusst Zurückhaltung gezeigt wurde. Es können so viele Faktoren eine Rolle spielen, die zu einer Sperrung führen.


    Wir hatten einen User, der in übelster Weise seit Jahren die Moderation angegriffen hat, um sich frei "entfalten" zu können. Er hat bei jeder Verwarnung sozusagen eine verbale "DoS-Attacke" gegen die Moderation gefahren, damit die Verwarnungen wieder zurückgenommen wurden. Zu dem Zeitpunkt, als er gesperrt wurde, gab es keine alten Verwarnungen mehr deswegen. Hier wäre sein Verhalten allemal im Forum zu dokumentieren, wo er sein Verhalten derart geschickt manipulativ gerechtfertigt und auf andere geschoben hat, dass viele ihn im Recht gesehen haben. Er hat richtiggehend das Forum "besetzt" und in bestimmten Themen seine eigene (falsche) Sichtweise den Leuten aufgezwungen. Ich habe selten so sehr eine Berechtigung zur Sperrung gesehen, aber ebenso selten eine so wenig greifbare, nach Aussen dokumentierbare "Schuld". Gerade solche Leute kommen dann auch gerne mal mit der Drohung auf Rechtsmittel.

    Einmal editiert, zuletzt von voom ()

  • gibt es sowas wie einen impliziten Vertrag.

    So was gibt es doch gar nicht. Du schließt mit deinem Nutzer einen Vertrag, Punkt. Außer du hast keinerlei Bedingungen die es zu akzeptieren gilt und selbst dann wäre es wohl fraglich ob die Registrierung nicht einem Vertrag gleich kommt. Niemand will dir dein Hausrecht absprechen, niemand will dir Sperren verbieten. Ich für meinen Teil halte mich an gewisse Spielregeln. Heißt dauerhafte Sperren gibt es nur unter gewissen Fehlverhalten, was entsprechende Reaktion unsererseits zur Folge hat.


    Noch was: im Grunde ist ja eine Verwarnung völlig belanglos, wenn ich nicht nachweisen kann, dass das verwarnte Verhalten auch stattgefunden hat. Also muss ich die Beiträge archivieren,

    Den Grund der Verwarnung lässt sich ja in eine Email packen und per Email an die hinterlegte Adresse senden. So kann sich der Nutzer nicht raus reden über Fehlverhalten und Konsequenz aufgeklärt zu sein. Verhält er sich weiterhin daneben, kommt die dauerhafte Sperre inkl. der Kündigung. Die Sperre bleibt dann 6 Monate aufrecht, bis es zur Löschung des Accounts kommt.

  • Die Verwarnung wird als Konversation zugestellt und solange sich der User nicht einloggt, ist es eh egal, weil er dann ja sein Verhalten nicht fortsetzen kann. Wenn er sich einloggt, und die Konversation liest, ist das im Header der K. sichtbar. Genauso könnte sich der User herausreden, die Mail wäre nicht bei ihm angekommen.


    Wie das mit der Sperre ist, und dem Löschen des Accounts: der User kann ja auch davon das Löschen des Accounts verlangen. So oder so ist in den Regeln festgelegt, dass das Recht auf eine Neuanmeldung verwirkt ist. Man kann also eigentlich den Account gesperrt lassen, bis der User sich meldet, wenn er sich meldet. Ein gesperrter Account sieht bei uns nach Aussen hin nicht viel anders aus, als ein gelöschter Account. Bei Anfrage auf Löschung wird das natürlich auch gemacht.

    So was gibt es doch gar nicht. Du schließt mit deinem Nutzer einen Vertrag, Punkt.

    Was ich mit dem impliziten Vertrag meinte, ist das was z.B. im Restaurant oder an der Supermarkt-Kasse passiert, wo Du nicht explizit einen Vertrag abschliesst. Natürlich ist es aber eine vertragliche Beziehung, wenn Du etwas kaufst oder bestellst.

    Ich für meinen Teil halte mich an gewisse Spielregeln. Heißt dauerhafte Sperren gibt es nur unter gewissen Fehlverhalten, was entsprechende Reaktion unsererseits zur Folge hat.

    Das ist ja bei uns nicht anders. Es ist tatsächlich so, dass wir in den meisten Fällen viel zu lange das Fehlverhalten tolerieren, bis wir sperren. Aber es gibt eben solche Fälle, die sind so störend und eindeutig, dass es im Prinzip manchmal nicht mehr praktikabel ist, noch eine Verwarnung auszusprechen. Wobei wir das durchaus machen. Mir geht es auch darum, generell zu verstehen, was WIRKLICH notwendig ist.


    Was z.B. bei uns gängige Praxis ist, ist einen User, der lange normale geschrieben hat und dann unvermittelt anfängt zu trollen, auf "Moderiert" zu setzen. Dann kann man ihn ansprechen und seine Trollbeiträge herausfiltern. Versuchen zu verstehen, ob das Verhalten dauerhaft zu erwarten ist, oder ob er sich wieder beruhigt. Ein längerfristierter Status "moderiert" nervt die Leute ohnehin meist derart, dass sie von selbst gehen.


    Das ist auch eine interessante Frage: in einer anderen Forensoftware, ich glaube es war Xenforo, gibt es die Funktion "Discourage". Dann wird das Forum für den User sehr zäh zu benutzen, bis er einfach keine Lust mehr hat. Mit sowas könnte man evtl. grenzwertige Sachen sich "von selbst lösen lassen"…

  • Die Verwarnung wird als Konversation zugestellt und solange sich der User nicht einloggt, ist es eh egal, weil er dann ja sein Verhalten nicht fortsetzen kann. Wenn er sich einloggt, und die Konversation liest, ist das im Header der K. sichtbar. Genauso könnte sich der User herausreden, die Mail wäre nicht bei ihm angekommen.

    Wenn du ihn sperrst, hat er doch gar kein Zugriff auf sein Kontrollzentrum? Das war doch schon im 4.1 so. Ergo, kann er die Konversation doch gar nicht öffnen? Deshalb über einen Bot per Email - da muss man sich auch keine Gedanken machen das das irgendwie als "Newsletter" anzusehen ist.



    Ein gesperrter Account sieht bei uns nach Aussen hin nicht viel anders aus, als ein gelöschter Account.

    Mit dem Unterschied dass du zu unrecht personenbezogene Daten erhebst, bei einer dauerhaften Sperre. Die musst du also händisch abändern. Wenn also der Zugang für den User dauerhaft gesperrt ist, hast du auch wenig Möglichkeiten die ankommende Anfrage zu verifizieren. Es kann dir ja theoretisch jeder mit einem Alias eine Email schicken. Ich persönlich sehe halt absolut null Vorteil darin einen User als dauerhaft gesperrt weiter zu führen. Wenn ich mich nicht irre sind die regelmäßigen Kündigungsfristen für so einen Nutzervertrag auf 6 Monate im BGB ausgelegt. Heißt, das Löschen muss sich zwangsweise auf ein entsprechend schweres Vergehen beziehen. Damit man auch "sofort" kündigen kann.



    wo Du nicht explizit einen Vertrag abschliesst.

    Verträge schließt du immer ab. Dazu braucht es nur zwei übereinstimmende Willenserklärung. Beispiel Supermarkt:


    Du nimmst Ware aus dem Regal - das ist eine Anpreisung des Supermarktes. Wenn du nun die Ware auf das Kassenband legst, unterbreitest du dem Supermarkt ein Angebot. Dieses Angebot wird durch die Kassiererin beim Scanvorgang/ Bezahlen angenommen. Am Ende hast du zwei übereinstimmende Willenserklärung und damit einen Vertrag. Ähnlich ist es bei dem Registrieren in einem Forum. Man wird es rechtlich schwer haben, wenn man argumentieren wollte man hätte keinen Vertrag geschlossen. Und wenn in diesem Vertrag nichts geregelt ist, greift automatisch der Mindeststandard der Gesetze - also in unserem Falle das BGB.


    Jetzt kann man sagen, ich gestalte meinen Vertrag - da ist es aber erheblich welche Bedingungen an die Gestaltung gestellt werden. Kommt ein Vertrag zu Stande in dem beide zusammen verhandelt haben? Dann gelten Abmachungen per se so wie geschlossen. Formuliert eine Seite - nichts anderes ist die Nutzungsbedingung - den Inhalt, dann greift generell das Recht der Prüfung (AGB-Klausel). Heißt der Verbraucher, also der Nutzer, kann im Zweifel die Passagen anfechten und überprüfen lassen. Zeigt sich eine unbillige Härte für den Verbraucher wird die Passage nichtig oder im schlimmsten Fall der ganze Vertrag. Deshalb kann man nicht einfach davon ausgehen, wenn man etwas reinschreibt dann gilt das auch. Dem ist nicht so. Das BGB sieht hier, wie erwähnt, 6 Monate reguläre Kündigungsfrist vor. Und an dem Punkt kommen wir wieder dazu, wie ich mich verhalten muss um Ausnahmen zu nutzen um jemand "schneller" los zu werden.


    Das ist auch eine interessante Frage: in einer anderen Forensoftware, ich glaube es war Xenforo, gibt es die Funktion "Discourage". Dann wird das Forum für den User sehr zäh zu benutzen, bis er einfach keine Lust mehr hat. Mit sowas könnte man evtl. grenzwertige Sachen sich "von selbst lösen lassen"…

    Auch hier können sich ausreichend Fallstricke verbergen. Eine Beschränkung des Angebotes muss rechtlich auch durchführbar sein. Letztlich ließe sich dies auch per Gruppenrecht in WL lösen aber die Frage ist wie "willkürlich" das sein darf. Also sind wir wieder am Anfang. Dokumentieren von Fehlverhalten um Maßnahmen zu rechtfertigen.

  • Ich bin mir bei vielem was Du sagst alles andere als sicher, ob man das alles so 1:1 auf Foren übertragen kann. Kann das vielleicht noch jemand anders mal kommentieren, der sich auskennt?

    Wenn du ihn sperrst, hat er doch gar kein Zugriff auf sein Kontrollzentrum? Das war doch schon im 4.1 so. Ergo, kann er die Konversation doch gar nicht öffnen? Deshalb über einen Bot per Email - da muss man sich auch keine Gedanken machen das das irgendwie als "Newsletter" anzusehen ist.

    Ich rede doch von einer Verwarnung, die ihm so zugestellt wird, wir haben über die Dokumentation einer Verwarnung gesprochen. Bei einer Sperre bekommt der User nur noch die Message, die man als Notiz einträgt. Wir tragen ausserdem als internen Vermerk zu einer Sperre noch eine letzte Verwarnung ein, um den letzen Anstoss zu dokumentieren, da eine Sperre mit ihrer Notiz leider nicht automatisch protokolliert wird. (Warum eigentlich nicht, Woltlab?)


    D.h. wenn die Sperre erfolgt, sind die Verwarnungen zuvor verschickt worden, und die Sperre erfolgt ja nur nach weiteren Aktionen des Users. Wenn der sich nicht mehr einloggt, muss man ihn ja auch nicht sperren.


    Eine administrative Einzel-Mail ist nie ein "Newsletter" weil sie ja keine Massenmail ist sondern individuell und keinen werbenden Charakter hat. Da sehe ich null Unterschied, ob die durch einen Bot oder manuell verschickt wird.


    Mit dem Unterschied dass du zu unrecht personenbezogene Daten erhebst, bei einer dauerhaften Sperre.

    m.E. nur, wenn zur Löschung aufgefordert wird. Man kann sicherlich argumentieren, dass hier andere berechtigte Interessen vorliegen, nämlich die Neuanmeldung zu verhindern um den Forenbetrieb aufrecht erhalten zu können. Wenn zur Löschung aufgefordert wird, hat das vermutlich Vorrang. Daher dann die Regel, dass nach einer Löschung kein Anrecht auf einen neuen Account besteht. Sonst könnten ja gesperrte User ständig wiederkommen. (Was früher Zuhauf passiert ist...)


    Verträge schließt du immer ab. Dazu braucht es nur zwei übereinstimmende Willenserklärung.

    Ich sage nichts anderes. Du verstehst schon den Unterschied zwischen "implizit" und "explizit"?

  • Ich bin mir bei vielem was Du sagst alles andere als sicher, ob man das alles so 1:1 auf Foren übertragen kann. Kann das vielleicht noch jemand anders mal kommentieren, der sich auskennt?

    Man liest sich einfach folgendes Urteil durch, und zieht seine Schlüsse: Urteile :: Online & Recht



    wir haben über die Dokumentation einer Verwarnung gesprochen.

    Dann mögen wir uns missverstanden haben, mir ging es um die gesamte Dokumentation hin bis zur Löschung.



    m.E. nur, wenn zur Löschung aufgefordert wird. Man kann sicherlich argumentieren, dass hier andere berechtigte Interessen vorliegen, nämlich die Neuanmeldung zu verhindern um den Forenbetrieb aufrecht erhalten zu können.

    Die Aufforderung zur Löschung kannst du, wie oben schon erwähnt, nicht verifizieren. Im übrigen sagt die DSGVO doch ganz klar, dass der Nutzer jederzeit die Möglichkeit haben muss kündigen zu können. Das mag er über das Kontaktformular haben, sich selber über das Kontrollzentrum zu löschen dürfte angenehmer sein. Ein Datenschutzgesetz, das sich damit umgehen ließe einfach das "berechtigte Interesse" zweck zu entfremden wäre kein gutes Datenschutzgesetz.


    Ich sage nichts anderes. Du verstehst schon den Unterschied zwischen "implizit" und "explizit"?

    Wieso diskutieren wir dann darüber? Dann hätten wir doch weiter vorne in dem Punkt schon eine Meinung haben müssen, wenn sie doch gleich ist. Du meinst es implizit ich habe es direkt ausgeschrieben.

  • Man liest sich einfach folgendes Urteil durch, und zieht seine Schlüsse: Urteile :: Online & Recht

    Da lese ich durchaus auch eine Menge besonderer Umstände heraus, die nicht zwingend in jedem Forum und Einzelfall genauso zutreffen würden. Aber ich gebe Dir insofern recht, als dass die Verwarnung und deren Dokumentation sehr wichtig ist und ich habe das auch schon im Team entsprechen weitergegeben.

    Die Aufforderung zur Löschung kannst du, wie oben schon erwähnt, nicht verifizieren. Im übrigen sagt die DSGVO doch ganz klar, dass der Nutzer jederzeit die Möglichkeit haben muss kündigen zu können. Das mag er über das Kontaktformular haben, sich selber über das Kontrollzentrum zu löschen dürfte angenehmer sein. Ein Datenschutzgesetz, das sich damit umgehen ließe einfach das "berechtigte Interesse" zweck zu entfremden wäre kein gutes Datenschutzgesetz.

    Das verstehe ich nicht, warum kann ich eine Aufforderung zum Löschen nicht verifizieren? Man kann sich auch nach einer Sperrung problemlos an den Betreiber wenden und auch die Moderation ist per Mail erreichbar. Natürlich sind berechtigte Interessen in einigen Punkten eine Frage der Auslegung und in weiten Teilen festgelegt. Mein Punkt ist hier lediglich:


    1. Ich sperre einen User, dieser verlangt die Löschung NICHT - er bleibt einfach gesperrt, es liegt kein Grund vor, ihn zu löschen.

    2. Ich sperre einen User, dieser verlangt die Löschung, er wird gelöscht.


    Wo ist das Problem? Es gibt natürlich diesen Punkt, dass Daten nicht unnötig aufbewahrt werden sollen. Wir bieten aber sogar an, dass auch ein gesperrter Account komplett anonymisiert werden kann.


    Ich hätte auch kein Problem, unter der Neuregelung dass nach einer Löschung ein neuer Vertrag nicht eingegangen werden kann, gesperrte Accounts nach einer Weile zu löschen. Ich diskutiere um des Verstehens willen, was WIRKLICH gemacht werden MUSS, und was generell möglich ist - nicht weil ich meine Meinung zwingend für richtig halte ;)

  • Das verstehe ich nicht, warum kann ich eine Aufforderung zum Löschen nicht verifizieren?

    Emails kann ich Verschleiern. Wer sagt mir das der Absender auch wirklich die Person ist? Bei den individuellen Zugangsdaten kann ich mir da schon sicherer sein. Wenn auch die gehackt werden könnten.



    Wo ist das Problem?

    Konversationen bleiben bestehen, die theoretisch einsehbar sind. Seine Daten insbesondere die personenbezogenen bleiben vorhanden. Generell hat er keine Kontrolle mehr über seine Daten. Wie auch immer, das muss jeder für sich entscheiden. Wenn Ihr Euch dazu Gedanken gemacht hat, dann ist das doch schon sehr gut.

  • Hallo Sascha,


    nachdem euer Projekt erweiterte Datenschutzerklärung nicht fristgerecht fertiggestellt wird, überlege ich, ob ich Eure Datenschutzerklärung angepasst übernehmen kann.


    Kann diese Datenschutzerklärung verwendet werden? Sie scheint häufiger verwendet zu werden.

    Oder unterliegt diese einem Copyright?


    Beste Grüsse,


    Werner

  • Die Datenschutz-Erklärung darf nicht übernommen werden. Auch nicht in Teilen.

  • Wenn ich kurz was einwerfen darf, muss ich zu den ganzen BBCodes bzw Medienanbieter die Sachen in die Datenschutzerklärung Packen? (z,B, SoundCloud, Instagram, Twitter und co)